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Big Brother in den Bäumen

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Räuberpapa
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https Big Brother in den Bäumen

Ungelesener Beitrag von Räuberpapa » So 17. Mai 2020, 11:20

Vorsicht beim Sex im Wald!

Tausende Wildkameras sind im Nordosten installiert. Sie können Wölfe nachweisen und bei der Jagd helfen. Doch manchmal nimmt die Überwachungstechnik dabei eben auch manches pikante Detail auf.

Schwerin.
Früher lauerte nur das Wildschwein hinterm Baum, um harmlose Spaziergänger zu erschrecken – jetzt werden Pilzsammler oder Liebespaare durch den zunehmenden Einsatz von Wildkameras verschreckt. Das jedenfalls meinen die Grünen im Landtag und fordern den Umweltminister und den Datenschutzbeauftragten des Landes auf, Grenzen zu setzen.
„Es kommt immer wieder auch zu Aufnahmen von Menschen ohne deren Kenntnis oder Einwilligung“, sagt der Abgeordnete Johannes Saalfeld. „Wer in den Wald geht, um Pilze zu sammeln, rechnet überhaupt nicht damit, von einer Kamera aufgenommen zu werden.“ Darum sei der Einsatz dieser Kameras weder angemessen noch zulässig, meint Saalfeld.

Schlagzeilen gemacht hatte ein Fall in Österreich. Dort war ein Lokalpolitiker in die Fotofalle getappt: Zwischen Bäumen wurde er von einer Wildkamera mit seiner Geliebten in flagranti erwischt.
Forschungszwecke ganz anderer Natur sollten nach Ansicht der Grünen in MV der einzige Grund sein, die eine Zulassung der Kameras zur Tierbeobachtung rechtfertigen sollten. Schätzungen gingen von bundesweit 100 000 Kameras dieser Art aus. „Weder diese Zahl noch die vorliegenden Beschwerden dürfen einfach ignoriert werden“, so Saalfeld weiter.
Beim Datenschutzbeauftragten des Landes kennt man das Problem: „Wir sehen die Kameras auch grundsätzlich skeptisch. Vereinzelte Beschwerden gibt es schon“, sagt Dezernent Rolf Hellwig. Die schutzwürdigen Interessen des Einzelnen müssten gewahrt bleiben.
Welcher Winkel verhindert Aufnahme von Liebespaaren?

Während sich Grüne und die Landesbehörde einig scheinen, schießt die CDU dagegen. Der Grünen-Abgeordnete Saalfeld empfehle eine Regelung, nach der die Kameras nur hüfthoch angebracht werden dürften, so Fraktionschef Vincent Kokert. Diese Kameras dürften laut Saalfeld nur Aufnahmen im Nahbereich mit Neigung zum Boden machen, um beispielsweise die Aufnahme von Liebespaaren zu verhindern.
„Wie genau das Justieren der Kameras nach Herrn Saalfelds Empfehlungen die mögliche Aufnahme von Liebespaaren verhindern soll, ist eine Frage, für deren Beantwortung man wohl sehr viel Phantasie benötigt“, sagte Kokert. Einmal mehr werde aber deutlich, dass es den Grünen leider an jedem Instinkt für wichtige Themen und im Übrigen an der gebotenen politischen Ernsthaftigkeit mangele. Das Thema sei schlicht abwegig. Wildkameras seien ein sehr nützliches Mittel, um Wildpopulationen einschätzen zu können. „Insbesondere hinsichtlich der anhaltenden Diskussionen um den Wolf in unseren Wäldern wäre es unverantwortlich, auf Kameras zu verzichten“, so der Christdemokrat.
Umweltminister Till Backhaus (SPD) betonte, dass innerhalb der Forst- und Naturschutzverwaltung Kameras nicht grundlos oder gar zur Personenüberwachung installiert würden. „Ob eine staatliche Durchregulierung sämtlicher Naturräume überhaupt durchführbar ist und der Verhältnismäßigkeit entspricht, muss bezweifelt werden“, entgegnet er der Forderung der Grünen.

Quelle:
https://www.nordkurier.de/mecklenburg-v ... 55105.html



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